Hotel Añaza
Mein Interesse an Architektur hat mich an diesen unwirtlichen Ort nahe Santa Cruz de Tenerife gelockt: Hotel Añaza - ein "Lost Place".
Ein deutsches Unternehmen hat 1973 das Grundstück auf den Klippen hoch über dem Ozean gekauft und darauf geschwind ein 21 Stockwerke hohes Betonwerk in Y-Form gebaut. Angeblich sollten darin auf 40.000 qm Wohnfläche mehr als 700 Zimmer entstehen. Laut "Diario de Avisos - El periódico de Tenerife" seien die deutschen Bauherren aber schon bald wieder verschwunden und bis heute unauffindbar. In den einschlägigen Portalen wird das Hotel Añaza als Lost Place aufgeführt. Vier Lost Place-"Sammler" haben darin schon ihr Leben gelassen. Nun soll diese Bauruine abgerissen werden und das gesamte Grundstück von über 2000 qm renaturiert werden.
Ich wollte das Hotel Añaza vor seinem Abriss noch unbedingt fotografieren. Aber auf keinen Fall wollte ich hineinklettern. Doch von außen diese Bausünde zu fotografieren, ohne Drohne, war ziemlich schwierig - jedenfalls fiel es mir sehr schwer. Vier meiner Eindrücke stelle ich hier vor und bin gespannt, wann der Abriss erfolgt. Wer mehr über das sog. Hotel Añaza erfahren möchte, schaut hier: Teneriffa-News und Diario de Avisos
Im Nebel
Im Nebel ist doch nicht alles grau in grau
Das Wetter ist ungemütlich, regnerisch, grau-in-grau, kalt. Ich bin an der Reihe, einen Beitrag für unseren Blog zu schreiben. Ein aktuelles Foto gehört natürlich auch dazu. Mir gehen die verschiedensten Themen durch den Kopf, aber die zündende Idee ist nicht dabei. - Das Wetter wird noch schlimmer: jetzt hüllt uns tagelang dichter Nebel ein, man kann nur ein paar Meter weit sehen. Die Temperaturen sinken unter den Gefrierpunkt und am nächsten Morgen ist alles Grün wie in Eis getaucht. Wunderschön! Mein Thema ist gefunden.
Auf der Suche nach Schatten?
Während eines Spaziergangs in El Médano an einem wunderschönen Morgen, ging ich eine lange Straße hinauf und schaute mich suchend um. Der Teide war von hier aus gut und klar zu sehen und da er immer ein schönes Motiv abgibt, fotografierte ich mich etwas an der Landschaft ab. Sonst fiel mir weiter nichts auf, und ich beschloss umzudrehen. Ich hatte schon einige hübsche Grünpflanzen im Kasten, deren herrlich frisches Grün, welches bei uns in Deutschland noch ewig auf sich warten lassen würde, es mir angetan hatte. Da fiel der Baum in mein Blickfeld! Naja... er wollte wohl noch ein großer Baum werden, und außerdem war er wohl auch arg vom Wind gebeutelt. Das darunter parkende Auto fand ich recht lustig, denn ja... Schatten kann man auch zu dieser Zeit schon gebrauchen. Ist er doch so rar wie Parkplätze in dieser Kleinstadt auf Teneriffa.

Autoreifen ganz nah
Bei tiefstehender Wintersonne wollte ich ein wenig mit Bewegung und Licht experimentieren. Also stellte ich mich mit der Kamera an den Straßenrand, auf Augenhöhe mit den Reifen der vorbeifahrenden Autos. Meine Idee war es, Bewegung und Lichtspiele mit der schräg einfallenden Sonne einzufangen.
Das Ergebnis - oder zumindest ein Teil davon - ist hier zu sehen. Ich fand es spannend und auch herausfordernd, den "richtigen" Moment zu erwischen. Zu einem solchen Moment zähle ich die Lichtflecken, die durch den Lochkranz in der Felge auf den Asphalt gefallen sind und mit dem Schattenwurf des Autos und den weißen Markierungen eine interessante Form bilden.
Anders beim zweiten Foto. Hier habe ich den Abstand etwas vergrößert, um den Schatten der Laterne mit einzubeziehen. So wirkt er wie ein Zeiger, der sich mit dem Schatten des herannahenden Busses zu verbinden scheint. Und noch einmal anders aus der Perspektive direkt am Straßenrand, der sich drehende Reifen, ganz nah vor mir, mit kurzen, schnellen Lichtreflexen und einer interessanten Struktur.
Bei manch einem in schneller Fahrt vorbeirauschenden Fahrzeug wurde mir, am Bordstein hockend, doch recht mulmig. Aus dieser Perspektive hatte ich den Straßenverkehr noch nicht (bewusst) erlebt.









